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16.02.2026

Marseille rückt in den Vordergrund, während der Druck auf den französischen Rechenzentrumsmarkt zunimmt.

Der französische Rechenzentrumsmarkt befindet sich an einem Wendepunkt.

Strombegrenzungen, strengere Vorschriften und langsamere Planungsverfahren in Paris und der gesamten Region Île-de-France bremsen Projekte. Dies erhöht das Risiko bereits in der frühen Planungsphase und untergräbt das Vertrauen. Daher orientieren sich immer mehr Projektentwickler nach Süden.

Ein Bericht von Currie & Brown untersucht, wie die Unsicherheit den französischen Rechenzentrumsmarkt verändert. Er erklärt, warum Marseille sich nun als attraktiver Standort für unternehmenskritische Investitionen etabliert.

Unsicherheit führt bereits zu Wertverlusten. Laut einer Studie mit über 1.000 Entscheidungsträgern weltweit verloren Hightech-Unternehmen im vergangenen Jahr durchschnittlich 13,9 % des potenziellen Projektvolumens, da Verzögerungen, Projektreduzierungen und Stornierungen zur Normalität wurden. Auch in Frankreich sind diese Belastungen nicht mehr zu ignorieren.

Da die Rahmenbedingungen in den traditionellen nördlichen Zentren immer schwieriger werden, verlagert sich der Fokus nach Süden. Marseille bietet einen Markt, auf dem Risiken frühzeitig erkannt, geprüft und gesteuert werden können. Dies hilft Teams, bessere Entscheidungen zu treffen und von Beginn eines Projekts an Planungssicherheit zu schaffen.

Warum Marseille an Dynamik gewinnt

Marseille beseitigt Risiken nicht gänzlich. Doch es umgeht viele der strukturellen Zwänge, die traditionelle Drehkreuze heute belasten, und bietet dort, wo es am wichtigsten ist, eine höhere Vorhersagbarkeit:

  • Globale Vernetzung im großen Stil: 16 Seekabelsysteme verbinden Marseille mit Europa, Afrika, dem Nahen Osten und Asien, wobei die Latenz nach Paris und Frankfurt mittlerweile äußerst wettbewerbsfähig ist.
  • Weniger eingeschränkter Netzzugang: Im Vergleich zur Île-de-France ist die Region Provence-Alpes-Côte d'Azur mit weniger Kapazitätsengpässen konfrontiert, und die Netzbetreiber und Energieversorger reagieren schneller.
  • Schnellere und planbarere Bauvorhaben: Baugenehmigungen werden in der Regel innerhalb von 12 bis 18 Monaten erteilt. Das ist bis zu 40 % schneller als bei vergleichbaren Projekten in der Île-de-France. Vorab ausgewiesene Gebiete wie Euroméditerranée tragen zur Beschleunigung des Verfahrens bei.
  • Effizienteres, CO₂-ärmeres Design: Küstennahe Kühllösungen, darunter Meerwassersysteme, ermöglichen PUE-Werte von bis zu 1,26 und übertreffen damit ältere, dichter besiedelte Stadtzentren. Die Region profitiert zudem von einem rasch wachsenden Anteil erneuerbarer Energien.
  • Niedrigere Kosten und eine robuste Fachkräftebasis: Die Bauarbeitskosten sind bis zu 15 % niedriger als in Paris, was durch eine starke industrielle Belegschaft und einen stetigen Nachschub an Ingenieuren und Technikern unterstützt wird.

„Marseille ist kein Ersatz für Paris, aber es entwickelt sich zu einer strategischen Option, da die Unsicherheit in den traditionellen Rechenzentren zunimmt“, sagte Shane O'Driscoll, European Data Centre Lead bei Currie & Brown.

„Unsere Forschung zeigt, dass Unsicherheit frühzeitig Wert vernichtet. Standorte, die eine frühzeitige Abstimmung in Bezug auf Stromversorgung, Planung und Genehmigungen ermöglichen, gewinnen an Bedeutung. Für Projektentwickler, die bereit sind, ihre Standortstrategie zu überdenken und Risiken frühzeitig abzuwägen, bietet Marseille einen klareren Weg zu mehr Planungssicherheit in einem zunehmend angespannten französischen Markt.“

Erfahren Sie mehr über die Erschließung der sich entwickelnden Rechenzentrumsmärkte Europas.

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